Überblick über die Rohstoffmärkte
Rohstoffe sind materielle Wirtschaftsgüter wie Öl, Metalle und Getreide. Rohstoffe sind rohe, von Natur oder Menschenhand geschaffene Gegenstände, die man berühren kann. Wie immaterielle Wirtschaftsgüter (z.B. Aktien und Anleihen) bergen sie das Potenzial eines Investitionsgewinns und damit einhergehende Risiken. Jedes Jahr werden weltweit neue Rohstoffe im Wert von rund 3 Billionen Dollar hergestellt. Diese Jahresproduktion entspricht 5% aller im Umlauf befindlichen flüssigen Mittel im Welt-Portfolio. |
Viele Rohstoff-Investoren kaufen nicht die eigentlichen Rohstoffe, sondern investieren lieber in Warenterminkontrakte. Danach werden Rohstoffe, die an geregelten Börsenmärkten gehandelt werden, nach Kontrakt gekauft oder verkauft. Warenterminkontrakte unterliegen genauen und weithin veröffentlichten Spezifikationen. Der Handel mit Terminkontrakten wird über Clearing-Stellen abgewickelt, die jede durchgeführte Transaktion garantieren. Die Preise von Warenterminkontrakten werden ständig über Datendienste wie Bloomberg, Reuters und Dow Jones bereitgestellt. Die Terminmärkte werden durch eine Regierungsbehörde – die Commodity Futures Trading Commission (CFTC, Aufsichtsbehörde für die US-Terminmärkte) – und durch ein Selbstregulierungsorgan – die National Futures Association (NFA, Nationaler Verband für Termingeschäfte) – reguliert.
Obwohl der Handel mit Terminkontrakten zu vielen materiellen Rohstoffen bis in das 19. Jahrhundert zurückreicht, wurden Rohstoffe für Börsenprofis erst 1972 interessant, als die Börse von Chicago die ersten Finanzterminkontrakte einführte. Ihr Verständnis der Rohstoffmärkte führte auch bei Kontrakten nicht finanzieller Art zu einem blühenden Handel. 2004 wurden Kontrakte für materielle Warenterminkontrakte in einem Gegenwert von 12 Billionen Dollar gehandelt.
Investition in Rohstoffe
Der Markt bietet Anlegern mehrere Möglichkeiten zur Investition in Rohstoffe. Dazu gehören:
- die eigentlichen Rohstoffe,
- Aktien oder Fonds für natürliche Ressourcen,
- verwaltete Terminbörsenfonds,
- Rohstoffindizes sowie,
- Diversified Commodity Funds (DCFs, diversifizierte Rohstoff-Fonds).
Wir sind der Auffassung, dass DCFs das optimale Angebot für eine Investition in Rohstoffe als Vermögensklasse darstellen. Die Alternativen bergen folgende Nachteile:
- Die eigentlichen Rohstoffe.Der Besitz tatsächlicher Rohstoffe ermöglicht Investitionen in diese Vermögensklasse. Aber Fragen wie Kauf, Standort, Lagerung, Qualität, Saisonbedingtheit, Haltbarkeit und Veräußerung sind kompliziert und machen diese Methode unpraktisch – selbst für einen einzigen Rohstoff, geschweige denn ein breites Spektrum an Rohstoffen.
- Aktien natürlicher Ressourcen. Andere Faktoren als Rohstoffpreise, wie Wettbewerb und das Risiko einer erfolgreichen Strategie-Umsetzung durch das Management des Unternehmens, beeinflussen die Rendite.
- Verwaltete Terminkontrakte oder Rohstoffhandelsberater (CTAs).Etwa 75% der CTA-Fonds investieren in Finanzterminkontrakte und nicht in Warenterminkontrakte. Außerdem können sie lang oder kurz oder fremdfinanziert sein. Das bedeutet, dass der Anleger eventuell nicht im erwarteten Umfang in Rohstoffe investiert. Schließlich sind wir auch der Ansicht, dass Anleger keine Incentivegebühren zahlen sollen, um an eine Vermögensklasse heranzukommen.
- Rohstoffindizes.Die Investition in einen Rohstoffindex oder einen Index-Future bietet ausreichenden Zugang zur Vermögensklasse. Indexmanager haben jedoch keinerlei Anreiz, geschickt zu handeln. Und wenn es sich bei der Anlage um ein börsenfreies Instrument wie einen Swap handelt, kann die Anlage zu kurzfristigen Sätzen besteuert werden. Schließlich stellen die veröffentlichten Regeln für Fortschreibekonventionen den Händlern auf dem Börsenparkett Informationen zur Verfügung, anhand derer sie das Verhalten des Index vorhersagen können.
Diversifizierte Rohstoff-Fonds (DCF’s)
bieten die Vorteile einer Rohstoffindex-Strategie und die strukturelle Flexibilität, die es dem Manager erlauben, die einzelnen Komponenten der Gesamtrendite zu maximieren (Einzelheiten dazu weiter unten). Außerdem besteht beim Besitz von Terminkontrakten statt börsenfreier Instrumente die Möglichkeit von Steuervergünstigungen.
Renditekomponenten eines diversifizierten Rohstoff-Fonds
Die Gesamtrendite auf eine Investition in einen DCF hängt von folgenden Elementen ab:
- Auswahl der Rohstoffe: Methode für die Auswahl von Rohstoffen und ihre Gewichtung;
- Ausführung des Handels: Marktbeeinflussung der Handelsgeschäfte;
- Erhöhung der Sicherheitsleistung: Verwaltung der Rendite auf Überschreitung der Einschusszahlung (in der Regel etwa 90% des Terminkontraktwertes);
- Fortschreibung: Implementierung der Fortschreibung des Terminkontraktes;
- Ausgleichsmethode: Die Methode bestimmt, wann das Portfolio wieder auf die beabsichtigten Proportionen zurückgeführt wird.
Die Gesamtrendite des Tangible Asset Program™ von Gresham verteilt sich folgendermaßen:
- 44% der Rendite stammt aus Preisbewegungen materieller Rohstoffe (Rohstoffauswahl, Ausgleichsmethode und Handelsabschluss);
- 42% aus der Rendite von Sicherungsmitteln (amerikanische Staatsanleihen mit 90 Tagen Laufzeit);
- 14% aus der Fortschreibung. Diese Prozentsätze können sich in Zukunft jedoch ändern.
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